Wie bleibe ich als Marke bei so viel KI noch authentisch?

Intro Von David Guntern, KI-Marketing Experte und CEO der Digital Marketing GmbH und Co-Founder von „Die Marketing Experten„.

Wir leben in einer Zeit, in der Content per Knopfdruck entsteht. Texte werden in Sekunden generiert, Bilder wirken oft täuschend echt und Kampagnenideen sprudeln schneller als je zuvor. Doch genau hier lauert die Gefahr: Wenn alles technisch «perfekt» klingt und sauber aussieht, wo bleibt dann das, was uns als Marke wirklich unterscheidet? Wo bleibt die Persönlichkeit?

Für die heutige Ausgabe unserer Marke KInspiration habe ich eine Expertin eingeladen, die genau an diesem kritischen Punkt ansetzt: Alice Stampach. Alice ist die Gründerin von AS Digital Marketing & AI und vielen von euch als Hostin des Podcasts «KI für Marketing» bekannt.

In ihrem Gastbeitrag geht sie einer der wichtigsten Fragen unserer Branche nach: Wie bleiben wir als Marke authentisch, wenn KI den Content-Markt mit dem statistisch Wahrscheinlichen flutet? Alice zeigt uns, warum KI ein mächtiges Werkzeug ist, aber niemals die Identität eines Unternehmens ersetzen kann.+3

Als KI-Marketing-Experte schätze ich ihren klaren Blick auf das, was wirklich zählt: Die bewusste Steuerung der Technologie, um das Profil der eigenen Marke zu schärfen, statt es im digitalen Einheitsbrei aufzulösen.

Hier ist das Wort zum Sonntag von Alice Stampach.

Wie bleibe ich als Marke bei so viel KI noch authentisch?

Künstliche Intelligenz hat die Content-Welt einmal kräftig durchgeschüttelt. Texte entstehen in Sekunden, Bilder wirken auf den ersten Blick wie aus dem Studio und selbst komplexe Kampagnenideen lassen sich per Prompt anschieben. Was früher Zeit, Budget und mehrere Korrekturschleifen brauchte, steht heute oft schneller bereit als der morgendliche Kaffee. 

Das ist beeindruckend und gleichzeitig tückisch. Denn mit der neuen Geschwindigkeit kommt ein Effekt, den viele erst bemerken, wenn er längst eingetreten ist: Inhalte beginnen sich zu ähneln. Beiträge klingen „richtig“, Designs sehen sauber aus, alles wirkt professionell produziert. Trotzdem fehlt etwas. Nämlich: Persönlichkeit, Haltung, Wiedererkennbarkeit. Kurz gesagt: das, was eine Marke eigentlich ausmacht. 

Authentizität verschwindet selten mit einem großen Knall. Sie löst sich eher langsam auf. Ein bisschen hier, ein bisschen dort. Ein generischer LinkedIn-Post, ein austauschbares Stock-ähnliches KI-Bild, eine Caption, die genauso gut von zehn anderen Accounts stammen könnte. Die Marke bleibt sichtbar, aber sie verliert Kontur. 

Dabei ist KI nicht das Problem, sondern vielmehr die Art, wie sie genutzt und angeschoben wird. Warum? Weil KI ein Werkzeug ist. Nicht mehr, nicht weniger. So wie ein Designprogramm keine starke Marke erschafft und eine Kamera keine gute Fotografin ersetzt, übernimmt KI nicht die Identität eines Unternehmens. Sie verstärkt, was vorhanden ist oder sie macht sichtbar, wenn etwas fehlt. 

Denn KI produziert das statistisch Wahrscheinliche. Also das, was oft vorkommt bzw. das, was typischerweise gut funktioniert. Marken leben allerdings selten vom Durchschnitt. Sie leben von ihrem USP (Unique Selling Point) und der besteht unter anderem aus Haltung und Charakter. Genau deshalb wirken rein KI-generierte Inhalte häufig glatt, aber auch generisch. Technisch korrekt, aber emotional blass. Perfekt formuliert, aber ohne echtes Profil. 

Authentisch zu bleiben bedeutet heute aber nicht, auf KI zu verzichten. Es bedeutet, sie bewusst zu steuern. Denn am Ende erinnern sich Menschen nicht an „perfekte Inhalte“. Sie erinnern sich an Marken mit echtem und nahbarem Storytelling. 

Und hier 7 Tipps, um trotz bzw. mit KI authentisch zu bleiben 

1. Markenidentität klar definieren: Werte, Sprache, Tonalität und visuelle Linie sollten stehen, bevor KI Inhalte produziert. 

2. KI gezielt trainieren: Mit bestehenden Texte, Stilbeispielen und konkrete Guidelines 

3. Outputs kritisch prüfen: Verwende nicht die erstbeste Version, die dir die KI als Antwort gibt. Auswahl und Feinschliff bleiben menschlich. 

4. Persönlichkeit bewusst einbauen: Menschen erinnern sich an eine bestimmte Haltung oder Meinung, konträre Perspektiven und echte Erfahrungen. 

5. Konsistenz sicher: Texte und Visuals sollten sich nicht nur korrekt, sondern eindeutig nach Marke anfühlen. 

6. Qualität vor Geschwindigkeit setzen: Nur weil Content schnell erstellt werden kann, muss er nicht sofort veröffentlicht werden. 

7. Regelmäßig reflektieren: Klingt die Marke noch authentisch oder zunehmend generisch? 

KI verändert die Art, wie Inhalte entstehen. Authentizität entscheidet weiterhin darüber, wie Marken wahrgenommen werden. Unternehmen, die KI als Werkzeug nutzen und ihre Identität aktiv führen, gewinnen nicht nur Effizienz, sondern behalten das, was langfristig wirklich zählt: Wiedererkennbarkeit und Vertrauen. 


Danke, Alice, für diesen erfrischend klaren Einblick! Die grösste Hürde ist oft nicht die Technik selbst, sondern die Angst davor, überfordert zu werden.

Für mich ist diese KInspiration ein wichtiger Reminder: Wir müssen die Werkzeuge beherrschen, damit sie uns dienen – und nicht umgekehrt.

Geniess den restlichen Sonntag und hab einen klaren, fokussierten Start in die neue Woche.

David Guntern, KI-Marketing Experte und CEO der Digital Marketing GmbH und Co-Founder von „Die Marketing Experten„.

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