Der stille Krieg um Sichtbarkeit: Warum Marken und Unternehmen im KI-Zeitalter neu denken müssen

Heute im bei „KInspiration“ das Wort zum Sonntag von unserem Gastautor Robert Fahle von neuland.ai Co-Autor von «Der stille Krieg – Wie der Kampf um Auffindbarkeit im KI-Zeitalter wirklich abläuft» und Gründer von findAIble.de

„Es läuft gerade ein stiller Krieg – und die meisten Unternehmen wissen noch nicht einmal, dass sie mittendrin stecken. Der Kampf um Aufmerksamkeit hat sich von Google-Rankings zu etwas viel Fundamentalerem verlagert: zur Frage, ob eine Marke, ein Produkt oder ein Unternehmen überhaupt noch existiert – in den Antworten von KI-Systemen.“

Stellen Sie sich vor, ein potenzieller Kunde in der Schweiz fragt ChatGPT: «Welcher Steuerberater in Zürich ist besonders empfehlenswert für KMU?» Oder Perplexity: «Welche Heizungsinstallateure sind in der Region Basel bekannt?» Oder Google Gemini: «Welche HR-Software eignet sich für mittelständische Unternehmen in der Schweiz?» Wenn Ihr Unternehmen in diesen Antworten nicht auftaucht – und das ist bei der grossen Mehrheit aller Firmen heute der Fall –, dann verlieren Sie Kunden, ohne es zu merken.

Genau dieses Phänomen beschreibe ich gemeinsam mit meinem Co-Autor Olivier Blanchard in unserem Buch «Der stille Krieg». Und genau deshalb habe ich findAIble.de entwickelt: das erste deutschsprachige KI-Analyse- und Optimierungstool, das Unternehmen dabei hilft, nicht nur gemessen, sondern tatsächlich besser auffindbar zu werden.

Die neue Realität: Von SEO zu GEO

Jahrelang war Suchmaschinenoptimierung (SEO) das Herzstück jeder digitalen Marketingstrategie. Wer bei Google auf Seite 1 auftauchte, war sichtbar. Wer weiter hinten landete, existierte praktisch nicht. Dieses Modell ist nicht tot – aber es reicht nicht mehr.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Bereits 8 % des gesamten Suchtraffics in den USA läuft heute über KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews oder Gemini. In einzelnen Branchen – Technologie, Gesundheit, Finanzen – sind es bereits über 30 %. 90 Millionen Amerikaner nutzen KI-Suchtools bereits regelmässig. Und Gartner prognostiziert einen Rückgang des traditionellen Suchvolumens um bis zu 25 % bis 2026.

Was steckt hinter dieser Verlagerung? Menschen erwarten heute keine Liste von Links mehr – sie erwarten Antworten. Direkte, kontextualisierte, vertrauenswürdige Antworten. Und genau diese liefern generative KI-Systeme.

GEO – Generative Engine Optimization – ist der strategische Prozess, Inhalte, Markenpräsenz und digitale Assets so zu gestalten, dass sie von KI-Systemen bevorzugt verarbeitet, zitiert und eingebunden werden. Es ist der Nachfolger von SEO – und er erfordert ein fundamental anderes Denken.

Das Schlüsselproblem: 80 % der KI-Antworten kommen nicht von Ihrer Website

Hier liegt die grösste Überraschung für die meisten Unternehmen: KI-Systeme beziehen ihre Antworten nicht primär von der eigenen Unternehmenswebsite, sondern aus Drittquellen – Fachportalen, Verzeichnissen, Bewertungsplattformen, Branchenmagazinen, Social-Media-Profilen, Wikipedia.

Konkret bedeutet das: Rund 80 % der Informationen, die KI-Systeme über ein Unternehmen liefern, stammen aus Quellen, die das Unternehmen selbst nicht direkt kontrolliert. Das ist eine fundamentale Verschiebung der Machtverhältnisse – und sie erklärt, warum klassisches SEO als einzige Massnahme nicht mehr ausreicht.

In unseren Analysen bei findAIble sehen wir täglich, wie unterschiedlich gut Unternehmen von KI-Systemen beschrieben werden. Grosse, gut positionierte Firmen werden korrekt und positiv zitiert. Kleinere oder schlecht optimierte Unternehmen tauchen gar nicht auf – oder schlimmer: sie werden falsch beschrieben, mit veralteten Informationen oder im schlechtesten Fall mit negativem Sentiment.

Wir nennen dieses Phänomen im Buch «AI Brand Drift» – eine schleichende Verfälschung der Markenwahrnehmung in KI-Systemen, die ohne aktive Gegenmassnahmen oft unbemerkt bleibt.

Was KI-Systeme über Ihre Firma «wissen» – und warum das entscheidend ist

KI-Modelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini wurden auf riesigen Textmengen aus dem Internet trainiert. Was sie über ein Unternehmen «wissen», basiert auf allem, was digital verfügbar und crawlbar war. Das umfasst die eigene Website – aber eben auch Pressemitteilungen, Brancheneinträge, Kundenrezensionen, Social-Media-Erwähnungen, Blogbeiträge Dritter und vieles mehr.

Die entscheidende Frage lautet also nicht: «Ranken wir gut bei Google?», sondern: «Was weiss die KI über uns – und ist es das, was wir kommunizieren wollen?»

Die neuen KPIs im GEO-Zeitalter

Klassische SEO-Metriken verlieren an Bedeutung. Neue Kennzahlen sind:

• AI Visibility Index (AIVI): Wie oft erscheint eine Marke in generativen KI-Antworten?

• Brand Memory Share: Welchen Anteil hat die eigene Marke in allen KI-Zitaten – im Vergleich zu Wettbewerbern?

• Co-Citation Score: Wie oft werden Inhalte gemeinsam mit hochwertigen Quellen zitiert?

• Sentiment-Score der KI-Erwähnungen: Ist die Tonalität positiv, neutral oder negativ?

• Volatilitätsindex: Wie stark verändern sich KI-Zitate über Zeit?

Zahlen und Fakten: So sieht die GEO-Realität aus

KennzahlWertBedeutung
KI-Suchanteil (USA)8 % gesamt, >30 % in BranchenWächst monatlich
KI-Nutzer USA (regelmässig)90 MillionenEnorme Reichweite
Rückgang trad. Suche bis 2026–25 %Prognose Gartner
Quellen in KI-Antworten80 % DrittquellenEigene Website reicht nicht
findAIble GEO-ScoresØ unter 40/100 bei KMUGrossesOptimierungspotenzial

Quellen: findAIble-Analysen, Gartner 2025, GEO-Guide Regionale Anbieter (findAIble)

Warum Analyse allein nicht reicht – der findAIble-Ansatz

Es gibt inzwischen erste Tools auf dem Markt, die messen, ob und wie oft eine Marke in KI-Antworten erscheint. Das ist ein wichtiger erster Schritt – aber er ist nicht genug.

„Analyse ohne Optimierung ist wie ein Arztbesuch ohne Behandlung. Sie wissen, was falsch ist – aber Sie werden nicht besser.“

Genau hier setzt findAIble.de an: als integrierte Plattform für Analyse, Strategie und aktive Umsetzung. Unsere GEO-Scores zeigen auf einen Blick, wie gut ein Unternehmen für die KI-Auffindbarkeit aufgestellt ist – aufgeteilt in fünf Kategorien:

• Strukturierte Daten (Schema.org / JSON-LD)

• Inhaltliche Qualität und Zitierbarkeit

• KI-Citability: Wie gut versteht die KI, was das Unternehmen ist?

• Lokale und regionale Präsenz (für KMU besonders wichtig)

• Technische Grundlage: Können KI-Crawler die Website überhaupt lesen?

In den meisten unserer Analysen – branchenübergreifend in Deutschland, Österreich und der Schweiz – liegen Unternehmen jeder Grösse weit unter einem Score von 50 von 100 Punkten. Das bedeutet: enormes ungenutztes Potenzial.

Was konkret optimiert wird

GEO-Optimierung umfasst sowohl technische als auch inhaltliche Massnahmen:

• Grounding Pages: Spezielle, semantisch strukturierte Seiten, die KI-Systemen eindeutig erklären, was ein Unternehmen ist, was es anbietet und für welche Zielgruppe.

• Schema.org-Markup: Maschinenlesbare Auszeichnungen, die KI-Systemen helfen, Entities (Unternehmen, Produkte, Personen) klar zu identifizieren.

• FAQ-Optimierung: Inhalte in Frage-Antwort-Format, das natürlichen Sprachmustern von KI-Queries entspricht.

• Drittquellen-Strategie: Gezielter Aufbau von Erwähnungen in Fachportalen, Verzeichnissen und Branchenmedien – den Quellen, aus denen KI bevorzugt zitiert.

• KI-Crawler-Freigabe: Sicherstellen, dass GPTBot, Googlebot und andere KI-Crawler nicht durch robots.txt oder andere Barrieren ausgesperrt sind.

• Entitätsbeschreibungen: Neutrale, strukturierte Unternehmensprofile, die KI-Systemen als Basis für zuverlässige Beschreibungen dienen.

Das Window of Opportunity: Jetzt handeln

Wir befinden uns in einer aussergewöhnlichen Phase der Digitalisierung. Die meisten Unternehmen haben noch nicht auf GEO reagiert. Das bedeutet: Wer jetzt handelt, kann sich überproportional positionieren – ähnlich wie Early Adopter von SEO in den frühen 2000er Jahren, die jahrelang von ihrer Vorarbeit profitiert haben.

Der entscheidende Unterschied zu damals: Die Veränderung passiert heute schneller.Wöchentliche oder sogar tägliche Checks sind notwendig, weil KI-Modelle sich kontinuierlich verändern. Eine Marke, die heute gut positioniert ist, kann morgen durch ein Update eines KI-Modells aus den Antworten verschwinden – oder ein Wettbewerber taucht plötzlich auf.

Im Rahmen unseres Buches und der täglichen Auswertungen mit findAIblewurde früh deutlich: Die Volatilität der KI-Auffindbarkeit ist hoch und branchenabhängig. Wer nicht kontinuierlich optimiert, verliert Terrain – oft ohne es zu bemerken.

Fazit: Der stille Krieg ist (noch nicht für alle) entschieden 

Auffindbarkeit ist kein Zukunftsthema. Sie ist Gegenwart. Millionen von Anfragen laufen täglich über ChatGPT, Perplexity, Google Gemini und andere Systeme – und die Antworten, die dort generiert werden, formen Kaufentscheidungen, Meinungen und Empfehlungen.

Unternehmen, die jetzt verstehen, wie GEO funktioniert, und die datenbasiert – inhaltlich wie technisch – optimieren, werden die Gewinner dieser Transformation sein. Alle anderen riskieren, im stillen Krieg um Sichtbarkeit zu verlieren, ohne es zu merken.

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Unternehmen heute bei KI-Systemen auffindbar ist, bietet findAIble unter http://www.findAIble.de einen kostenlosen Quick Check an. Der erste Schritt im GEO-Krieg ist immer: wissen, wo man steht.

Über den Autor

Robert Fahle ist Co-Autor von «Der stille Krieg – Wie der Kampf um Auffindbarkeit im KI-Zeitalter wirklich abläuft» (gemeinsam mit Olivier Blanchard) und Gründer von findAIble.de – der ersten deutschsprachigen Plattform für datenbasierte GEO-Analyse und -Optimierung. Mit findAIble hilft er Unternehmen aus dem DACH-Raum, ihre Sichtbarkeit in KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity, Google Gemini und Claude systematisch zu messen, zu verstehen und nachhaltig zu verbessern.

Website: http://www.findAIble.de  |  Buch: «Der stille Krieg» (erhältlich bei Amazon und im Buchhandel)

Geniess den restlichen Sonntag und starte erfolgreich in die neue Woche.

von David Guntern, CEO Digital Marketing GmbH und KI-Marketing-Experte

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