Die Influencerin, die nie schläft und was das für Marken bedeutet

Willkommen zu einer neuen Ausgabe von KInspiration, dem KI-Wort zum Sonntag unter dem Motto: Ein Gast. Ein Gedanke. Eine Inspiration. Heute widmen wir uns einem Thema, das die Grenze zwischen Marketing-Effizienz und menschlicher Verbindung neu definiert. Die Frage ist: Braucht eine Markenbotschaft zwingend einen Puls – oder reicht ein gut gerenderter Algorithmus?

Wie erreichen wir Menschen heute noch wirklich? Wir optimieren Funnel, wir feilen an Strategien – und plötzlich tauchen Akteure auf dem Spielfeld auf, die gar nicht aus Fleisch und Blut bestehen.

Die Rede ist von AI Influencern. Ein Thema, das fasziniert, provoziert und unsere Vorstellung von „Echtheit“ radikal herausfordert. Brauchen wir für Vertrauen eine Seele oder reicht ein perfektes Rendering?

Ich freue sehr, für das heutige „KI Wort zum Sonntag“ Maria Madert begrüssen zu dürfen. Als selbstständige Kommunikationsberaterin hat sie einen messerscharfen Blick auf die Trends, die unsere Branche gerade umkrempeln. Sie entführt uns in die Welt der AI Influencer und stellt die unbequeme Frage, was passiert, wenn Perfektion auf unser Bedürfnis nach dem „Echten“ trifft. Viel Spass beim Lesen.


Von Maria Madert · Selbständige Kommunikationsberaterin 

Lil Miquela hat über drei Millionen Follower auf Instagram. Sie trägt Prada, spricht über gesellschaftliche Themen, weint manchmal. Und sie existiert nicht. Trotzdem funktioniert sie – als Markenbotschafterin, als kulturelles Statement, als Experiment in Vertrauen.

AI Influencer sind längst kein Nischenphänomen mehr. Und sie kommen jetzt auch in Deutschland an.

„Was fasziniert uns an jemandem, den es nicht gibt?“

Die EnBW macht es vor: Der Energiekonzern setzt auf LinkedIn auf einen KI-generierten Charakter, um komplexe Themen nahbarer zu machen. Kein Promi-Deal, keine Agentur, die koordiniert werden muss. Stattdessen volle Kontrolle über Botschaft, Tonalität und Timing – und eine Präsenz, die 24 Stunden am Tag verfügbar ist.

Technisch ist das heute für jeden möglich. Tools wie HeyGen und Elevenlabs ermöglichen es, einen Avatar zu erstellen, der auf Knopfdruck spricht – in jeder Sprache, mit jedem Skript. Es entsteht ein visuell konsistenter AI-Charakter, der sich über Wochen und Monate gleichbleibend in Szene setzt, ob im Studio, im Café oder auf dem roten Teppich. Der Aufwand: ein Browser, etwas Kreativität, kein Kameramann.

Aber genau hier liegt die eigentliche Frage. Was wir an echten Creators lieben, ist das Unfertige. Die ehrliche Meinung, die nicht zur Marke passt. Der Moment, der nicht geplant war. AI Influencer optimieren all das weg und damit vielleicht auch das, was Vertrauen erst entstehen lässt.

„AI Influencer sind nicht das Ende der Authentizität. Sie sind ihr nächster Test.“

Die Marken, die das verstehen, werden AI Influencer nicht als Ersatz einsetzen, sondern als Erweiterung. Als Format, das Reichweite schafft, während echte Menschen die Tiefe liefern. Die Frage ist nicht, ob es passiert. Es passiert bereits. Die Frage ist, wann deine Marke es ausprobiert und die Möglichkeiten nutzt, die bereits gegeben sind.


Danke Maria für die Inspiration! Vertrauen entsteht in den Rissen der Perfektion. Als Marketing-Experten dürfen wir die KI nicht als Ersatz für Menschlichkeit sehen, sondern als einen neuen Kanal, um Geschichten zu erzählen. Nutzt die Tools, experimentiert mit der Reichweite, aber vergesst nie: Am Ende des Screens sitzt immer noch ein Mensch…

Ich wünsche euch einen kreativen Sonntag!

Konzept Idee und Umsetzung von: David GunternCEO Digital Marketing GmbH und KI-Marketing-Experte und Co-Founder von „Die Marketing Experten

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